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Nach der Tausendjahrfeier der ersten urkundlichen Erwähnung von Geisenhausen im Jahr 1982 wurde auf Anregung von Bürgermeister Radspieler und mit Unterstützung von
Prof. Dr. Georg Spitzlberger und Prof. Dr. Erich Stahleder (beide aus Landshut) am 9.Mai 1983 der "Historische Verein Geisenhausen im Historischen Verein für Niederbayern" gegründet. Die 28 Gründungsmitglieder wählten folgende Vorstandschaft:

1. Vorsitzender Joseph Hager, 2. Vorsitzender Prof. Dr. Josef Weindl, Schriftführer Josef Seisenberger, Kassier Bert Berghammer, Beisitzer Josef Grünberger, Dr. Dr. Ludwig Saffer und Bruno Schmid.

Die Ziele des Vereins sind die Erforschung und Darstellung der Ortsgeschichte, die Sammlung historischer Quellen, Archivpflege und Vermittlung der Geschichte und Heimatkunde an die Einwohner von Geisenhausen. In jüngster Zeit ist ein neues Aufgabenfeld hinzugekommen, nämlich die Sammlung von Dokumenten, Fotos, Bildern, Zeitungen und Gegenständen aller Art, durch welche die historische, soziale, wirtschaftliche, religiöse und kulturelle Entwicklung unseres Heimatortes dargestellt werden kann. Es soll also ein Grundstock gelegt werden für das Fernziel Heimatmuseum.

Wir führen pro Jahr 4 - 6 Veranstaltungen durch.

Bei den Vorträgen und Veranstaltungen hat sich eine breite Fächerung entwickelt; daraus einzelne Themen:

1985
"Prähistorische Funde an der Baustelle der Umgehungsstraße bei Ringstetten" Dr.B.Engelhardt, LfD Landshut.

1986
"Die Geschichte der Wallfahrt von St.Theobald in Geisenhausen". Joseph Hager,Gei- senhausen.

1987
"Ein Querschnitt durch die Ortsgeschichte Geisenhausens", Diavortrag, J.Hager.

1988
"Texte über Geisenhausen aus 10 Jahrhunderten". Lesung von Schauspieler Martin Flörchinger, Geisenhausen.

1989
"Die vorgeschichtliche Besiedlung des Vilstales". Ludwig Kreiner M.A., Landau; Manfred Schötz, Lichtenhaag.

1990
"Die Tour der Voyagersonden zu den äußeren Planeten". Prof. Dr. Franz Lanzl, gebür- tiger Geisenhausener (Leitender Direktor der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt, DLR, Oberpfaffenhofen).

1991
"Die heimische Pflanzenwelt vor 15 Millionen Jahren" (Funde aus der Kiesgrube Gei- senhausen) Dr. Georg Spitzlberger, Landshut.

1992/93
600-Jahrfeier der Marktrechtsverleihung (siehe unten).

1994
"Geisenhausener Persönlichkeiten im Spiegel der Ortsgeschichte". J. Hager, Geisenhausen.

1995
"Das Kriegsende in Geisenhausen aus der Sicht von Zeitzeugen und aus Archivunter- lagen". Vortrag bei der Gedenkstunde des HVG, J. Hager.

1996
"Sagen und Legenden aus dem Landkreis Landshut". Dekan Schober, Kirchberg.

"Die Europäische Union. Binnenmarkt,Währungsunion,politische Union".
Prof. Dr. Josef Weindl, Geisenhausen.

1997
"Geisenhausen - eine geistliche Herrschaft im Besitz des Augsburger Domkapitels und des Stifts St. Martin und Kastulus in Landshut". Vortrag von J.Hager, Geisenhausen.

Anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten Franz Schubert gestaltete der HV am 4. Juli einen Musikabend mit Geisenhausener Gesangssolisten und dem Landshuter Klaviertrio. Als eindrucksvolles Erlebnis blieb bei allen Ausflüglern die Zweitagesfahrt nach Dresden und ihre Umgebung in Erinnerung. Am 27.September fuhr der HV in den Pfaffenwinkel. Das ideale Herbstwetter, die kunstvollen Bauwerke, eingebettet in diese herrlichen Landschaften, die fachkundigen und mitreißenden Führungen sind noch bei vielen lebendig. Anlässlich des 25 jährigen Todestages des großen deutschen Lyrikers Günther Eich hielt Dr. Heiner Feldkamp einen Vortrag. Dabei wurde vor allem die Epoche von 1945 -1953 besonders herausgestellt, da Günter Eich zu der Zeit in Geisenhausen lebte und ihm auch in der Zeit der literarische Durchbruch gelang.

1998
Ein Höhepunkt im Geisenhausener Vereinsleben war sicherlich der Vortrag des ehemaligen Nahost-Korrespondenten Dr. Friedrich Schreiber am 21.Juli. Friedrich Schreiber arbeitete dabei klar und deutlich und für jeden sehr verständlich die Problematik des Nahostkonfliktes heraus. Ein Museum unter freiem Himmel erlebten die Milglieder beim Zweitagesausflug im Elsass. Besondere Erlebnisse waren z.B. St. Theobald in Thann, die Stadtführung in der Altstadt von Colmar mit dem Museum Unterlinden, das Weindorf Riquewihr und vor allem die Besichtigung der Altstadt von Straßburg mit ihren weltberühmten Münster.

1999

Am 9. Juni besuchte der ehemalige Nahostkorrespondent Dr. Friedrich Schreiber zum zweiten Mal Geisenhausen. In seinem Vortrag "Gottesstaat oder demokratischer Rechtsstaat" erörterte er für jeden verständlich die Problematik der Regierungsbildung Israels nach der Wahl Baraks zum Ministerpräsidenten. Am 8./9. August führte der Vereinsausflug in die Kulturstadt Europas von 1999 nach Weimar und zur Wartburg. Auf den Spuren von Schiller und Goethe kehrten die Geisenhausener mit bleibenden Eindrücken, neuen Erkenntnissen im Nachdenken an die deutsche Geschichte zurück. In einer beeindruckenden Veranstaltung, "Goethe für jeden" wurde nochmals der größte deutsche Dichter gewürdigt. Ute Feuerecker, Christoph Schmid, Jochen Decker und nicht zuletzt unser Vorstand Herr Hager gewährten den zahlreichen Besuchern einen Einblick in die künstlerische Vielfalt des großen deutschen Universalgenies.

2000

Im Rahmen des Handwerkermarktes baute der Historische Verein eine Fotoausstellung - Geisenhausen, wie es früher war - auf. Dazu wurden auch dem HV wirklich einzigartige Bilder und alte Gebrauchsgegenstände zur Verfügung gestellt. Diese Ausstellung hinterließ bei vielen Geisenhausenern einen nachhaltigen Eindruck. Für die Bereitstellung der Utensilien sei nochmals herzlich gedankt.
Ende Juli besuchte der HV vier Tage lang die spannendste Metropole Europas und überzeugte sich vom Wandel zur Hauptstadt und Weltstadt. Diese geschundene Stadt Berlin hat ihren Reiz nicht verloren. Atemberaubend waren die Schau- und Baustellen, faszinierend die Verbindung zwischen Naturräumen und baulicher Architektur. Frau Irl, der Reiseleiterchef, hat diese Reise wie immer vortrefflich organisiert.

2001

Ende Juli besuchte der HV mit zwei Bussen geschichtsträchtige Stätten am Rhein. Limburg, Köln und Speyer waren die nachhaltigsten Orte. Dass zu dieser herrlichen Gegend schon immer auch der Wein dazugehörte, versteht sich von selbst. Am 13. Oktober wurde ein Eichendorff-Abend unter dem Motto "Aus dem Leben eines Taugenichts" veranstaltet. Musik und Texte aus der Romantik wurden von Ute Feuerecker, Christoph Schmid und dem Rezitator Hans-Maria Darnow vorgetragen. Dieser Abend war sicherlich ein großer Erfolg für die Kulturlandschaft in Geisenhausen.

2002
Anfang August unternahm der Historische Verein seinen Jahresausflug an den Bodensee und in den Breisgau. Freiburg, der Kaiserstuhl, Konstanz, Kloster Reichenau, die Rheinfälle bei Schaffhausen, Kloster Salem und die Wallfahrtskirche Birnau ließen den Ausflug zu einem beeindruckenden Erlebnis werden. Am 19. Oktober lud der HV zu einem besonderen Kulturabend unter dem Motto "Natur in Poesie und Kunst" in den Pfarrsaal ein. Stefanie Wittmann, Ute Feuerecker, Christoph Schmid und Joseph Hager waren die Hauptakteure des Abends. Die Liedertafel Geisenhausen bereicherte diesen Konzertabend.

2003
Zu Spuren von deutschen Kaisern und Luther führte die viertägige Reise des Historischen Vereins nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen Mitglieder und Freunde des Historischen Vereins besuchten das nördlichste deutsche Mittelgebirge, den Harz. Seit der deutsch-deutschen Wende 1989 liegt dieses Gebiet nicht mehr am Rande, sondern mitten in Deutschland. Der ehemals westdeutsche Teil mit der Kaiserpfalz Goslar und seinen bekannten Skisportgebieten hat Konkurrenz bekommen. Die 67 Besucher fanden am östlichen Nordrand Kirchen und Klöster aus der Zeit der Romanik und Gotik. Fachwerkbauten aus vielen Jahrhunderten beeindruckten die Reisenden. Auf dem Heimweg wurde noch das Kloster Helfta und der Dom in Naumburg besichtigt Der Herbst war geprägt mit den Vorbereitungen zum Festabend des 20-jährigen Bestehens des Historischen Vereins. Mit festlicher Bläsermusik beim Vorabendgottesdienst begann der Festabend. Das Quintett der Landshuter Turmbläser spielte zusammen mit Martin Bader an der Orgel Werke aus verschiedenen Musikepochen. Mit einer feierlichen Intrade vom Quintett der Landshuter Turmbläser begann der Festabend im Pfarrsaal. Herr Hager konnte zu dieser Veranstaltung Bürgermeister Robert Maier, den Hausherrn Pfarrer Weindl, Gerhard Tausche, den 1. Vorsitzenden des Historischen Vereins für Niederbayern, die Ehrenbürgerin Rosamunde Raab und zahlreiche Gründungsmitglieder sehr herzlich begrüßen. In einem Grußwort von Bürgermeister Robert Maier wurden dabei besonders die vielfältigen Aktivitäten des Vereins, beginnend mit der Tausendjahrfeier hervorgehoben. Herr Tausche, der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins für Niederbayern, zeigte auf, welche Bedeutung für das Zusammenleben der Menschen das Wissen um seine Geschichte habe. Anhand von ausgewählten Beispielen wurde die gesamte Vereinsarbeit des relativ jungen historischen Vereins beleuchtet und seine vielfältigen Aktivitäten aufgezeigt. Ein sehr informativer und abwechslungsreicher Festabend, der bei allen Besuchern noch in lebendiger Erinnerung ist.

2004

Am 14. und 15. Februar 2004 präsentierte der Historische Verein eine Ausstellung zum Wintersport in Geisenhausen. Zahlreiche Fotos und Gegenstände zeigten die Entwicklung auf. Bei der Bevölkerung kam die mit großem Arbeitseinsatz organisierte Ausstellung so gut an, dass sie am folgenden Samstag nochmals geöffnet wurde. Auch Kinder mehrerer Schulklassen der Volksschule waren begeistert. Am 7. März 2004 unternahm der Historische Verein eine Tagesfahrt nach Niederalteich und zum Museum Quintana in Künzing Mitglieder und Freunde des Historischen Vereins besuchten zuerst einen byzantinischen Gottesdienst in der St. Nikolaus - Kirche und besichtigten die Basilika in Niederalteich. Im Museum Quintana folgte man den Spuren der Kreisgrabenanlage Unternberg aus dem 5. Jahrtausend v. Ch.. Die wunderbare Aufbereitung der historischen Gegenstände aus mehreren geschichtlichen Epochen und die großräumige Anordnung der einzelnen geschichtlichen Abteilungen im Rathaus beeindruckten die Besucher besonders. Die Mehrtagesfahrt vom 5. - 8. August führte ins zunächst ins Rheintal nach Wiesbaden. Hauptziel war aber die alte Römerstadt Trier an der Mosel. Kloster Eberach und auch die Stadt Heidelberg waren noch bedeutende Programmpunkte. Vom 16. - 18. Oktober organisierte Wera Paintner Blanke und der HV anlässlich des 95. Geburtstages von Martin Flörchinger die Ausstellung Landschaftsbilder. Dabei wurde das Lebenswerk des geborenen Geisenhauseners entsprechend gewürdigt.


Am 26.12.2004 ist Joseph Hager völlig überraschend an den Folgen eines schweren Schlaganfalls im Alter von 66 Jahren verstorben. Die Geschicke des Vereins müssen nun andere in seinem Sinn weiterführen. Gemäß den Statuten des Vereins hat Herr Josef Seisenberger den Vorsitz übernommen.



2005

Nach dem überraschenden Tode des langjährigen Vorsitzenden Joseph Hager im Dezember 2004 übernahm Josef Seisenberger kommissarisch den Vorsitz bis zur satzungsgemäßen Vorstandswahl am 10. März 2006.
Am 6. Mai erinnerte der Historischer Verein an das Kriegsende und den Neubeginn in Geisenhausen. Viele Bürger waren der Einladung des Historischen Vereins in den Pfarrsaal gefolgt, um sich an die damaligen Verhältnisse, wie sie sich in Geisenhausen zugetragen haben, zu erinnern oder erst auch genauer kennen zu lernen. Sicherlich war Geisenhausen nicht im großen Kriegsgeschehen verwickelt, doch die Angehörigen der 180 Gefallenen und 67 Vermissten aus dem Gemeindebereich hatten viel Leid zu ertragen. Die letzten Kriegstage, das schwierige Leben der Gemeindebürger und die fast hoffnungslose Flüchtlingssituation der Nachkriegsjahre wurden in Erinnerung gerufen. Warum verzweifelten die Besiegten nicht angesichts der vielen Ruinen, des millionenfaches Elends der entwurzelten Menschen und zerstörten Familien, des geistigen und moralischen Vakuums, das der Nationalsozialismus hinterlassen hatte? Die Demokratie wurde Schritt für Schritt von den Bürgern gewagt und geschaffen. Voller Bewunderung stehen wir heute dieser Aufbauleistung gegenüber und danken für 60 Jahre Frieden.
Vom 5. - 7. August führte der Vereinsausflug nach Oberfranken, zum Kloster Banz, zur Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, in die Städte Coburg, Kronach, Kulmbach und Bamberg.
Am 18. September besuchte der Historische Verein die Ausstellung über die Geschichte des Obersalzbergs und den Markt Berchtesgaden. Seit 1999 befindet sich hier ein Dokumentationszentrum mit einer Dauerausstellung über die zentralen Erscheinungsformen der nationalsozialistischen Diktatur. Mit vielen interessanten Details erklärte die ehemalige Skirennläuferin Christa Zechmeister den Geisenhausenern die geschichtlichen Zusammenhänge. Am Nachmittag folgte die Reisegruppe den Spuren der 900-jährigen Geschichte des Ortes von Berchtesgaden. Am 7. Oktober veranstaltete der Historische Verein einen Schillerabend, anlässlich des 200. Todestages. Sein Leben und sein Werk wurden dabei eindrucksvoll gewürdigt. Überaus viele Besucher aus nah und fern waren der Einladung des Historischen Vereins in den Pfarrsaal gefolgt, um das Leben und die vielfältigen Werke des neben Goethe wohl bedeutendsten deutschen Dichters zu würdigen. Die Hauptakteure, Stephan Hager, Elisabeth Dettenhofer beide Vereinsmitglieder, Claudia Schmidt aus München und Matthias Kupfer übernahmen dabei verschiedene Rollen als Rezitatoren der Zitate, Gedichte und Balladen aus den Werken Schillers. Das Streich-Ensemble-Geisenhausen, unter der Leitung von Frau Olga Schmid, spielte dazu Werke aus dieser Epoche und gab dieser Veranstaltung einen würdigen Rahmen.

2006

Seit 10. März 2006 leitet nun auch offiziell Josef Seisenberger die Vereinsarbeit. Einstimmig wurden Josef Seisenberger zum 1. Vorsitzender und Ludwig Kargl zum 2. Vorsitzenden gewählt. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Mitglieder und Freunde des Historischen Vereins waren vom 10. - 14. April in der ewigen Stadt Rom zu Gast. Neben der Papstaudienz stand auch eine umfangreiche Besichtigungstour auf dem Programm. In dieser knappen Woche bekam die Reisegruppe ein kleines Gesamtbild dieser faszinierenden Stadt geliefert.
Am 3. Mai fand in der Pfarrkirche ein Gedenkgottesdienst für Joseph Hager mit der Wallfahrermesse und dem Papstlied, gesungen von der Familie Ramsauer, statt.
Vom 14. - 16. Juli fand in Geisenhausen der Handwerkermarkt statt. Der HV beteiligte sich dabei aktiv mit einem alten Handwerk und stellte Papier wie in alten Zeiten her, "man schöpfte sozusagen Papier". Besonders umlagert war der Stand von Kindern, die alle ihr eigenes und einzigartiges Papier herstellen wollten und auch konnten.
Vom 4. - 6. August besuchte der Historische Verein die Kultur- und Messestadt Leipzig sowie das Zentrum von Dresden. Zahlreiche Mitglieder und Freunde des Historischen Vereins, genau 87 Interessierte, erlebten in einer Dreitagesfahrt reichhaltige Kunst- und Kulturschätze auf den Spuren von Bach und Mendelsson. Am letzten Tag stand noch Dresden auf dem Programm. Nach einem einstündigen Rundgang durch diesen Prachtbau der Semperoper widmete man sich einem Höhepunkt dieser Reise nach Sachsen, der Frauenkirche.
"Geisenhausen Gemeinsam Gestalten" heißt das Motto des Leitbildteams. Will man für die Zukunft gestalten und dabei das Charakteristische unseres Heimatortes erhalten, muss man wissen, wie es früher ausgesehen hat, wovon der Ort geprägt und wie er historisch gewachsen ist. Dazu haben die Marktgemeinde und der Historische Verein im Ortskern einen Historischen Rundgang gestaltet. An verschiedenen Gebäuden, die im Leben und in der Ortsentwicklung eine besondere Rolle spielten, wurden Hinweistafeln angebracht. Am 8. Oktober war die Eröffnung dieses Rundgangs. Herr Seisenberger und Herr Weindl erklärten den über 100 interessierten Teilnehmern die geschichtlichen Hintergründe dieser Gebäude.
Am 28. November besuchten Mitglieder und Interessierte des HV die Kutschenausstellung von Maier Max. Mit viel Liebe und persönlichem Aufwand hat das Ehepaar Maier Kutschen und Pferdegeschirre von etwa 1850 an gesammelt und am Hof ausgestellt.

2007

Anlässlich des 100. Geburtstages des Dichters und Schriftstellers Günther Eich veranstaltete der HV am 16. März 2007 einen Festabend unter dem besonderen Augenmerk auf die Geisenhausener Zeit. Günther Eich lebte von 1945 - 1954 bei der Familie Schmid in der Kirchstraße. Stephan Hager stellte den Dichter mit einer ausführlichen Lebensbeschreibung vor. In einem Interview mit Josef Seisenberger gab Bruno Schmid, der beim ersten Zusammentreffen mit Günther Eich 14 Jahre alt war, Einblicke in seine Erinnerungen an die damalige Zeit, wie er den Schriftsteller gesehen und schätzen gelernt hat. Zur musikalischen Umrahmung vertonte der Pianist Christoph Schmid Gedichte von Eich und trug sie gemeinsam mit der Mezzosopranistin Ute Feuerecker vor. Über 200 Zuhörer waren in den Pfarrsaal gekommen
Das Wirken von Joseph Hager ist für die Marktgemeinde von großem Wert. Mit der Umbenennung des Kapellenweges in Joseph-Hager-Weg würdigte der Markt Geisenhausen am 22.06.07 die Leistungen des Gründungsvorsitzenden des Historischen Vereins posthum. Bürgermeister Maier hat bei dieser Feierstunde die unschätzbaren Verdienste um die Darstellung und Erforschung der Ortsgeschichte von Joseph Hager hervorgehoben.
Am 19. Mai besuchte der Historischer Verein die ehemalige Herzogs- und Universitätsstadt sowie das Kelten- und Römermuseum in Manching.
Anlässlich des 300 jährigen Weihejubiläums der Salksdorfer Kirche haben Pfarrverband, Historischer Verein und die Bewohner von Salksdorf zu einem Festvortrag am 29. Juni in den Pfarrsaal eingeladen. Dr. Georg Schwarz aus Dingolfing berichtete in seinem Vortrag, dass die Anfänge von Salksdorf bis etwa in das Jahr 820 zurückreichen. Von der Flur "Schalleketh" nördlich von "Isanadorf" (Eiselsdorf) ist hier geschrieben. Nach den Wirren des 30 jährigen Krieges wurde die Kirche neu errichtet und konnte dann im Jahre 1707 feierlich eingeweiht werden. Bei seinem sehr ausführlichen Vortrag zeigte Dr. Schwarz stets Verbindungen zur geschichtlichen und religiösen Entwicklung des Landes auf. Bei der umfangreichen und sehr abwechslungsreichen Fotoausstellung, gestaltet von den Einwohnern, ließen die vielen Besucher alte Erinnerungen wieder aufleben. Zum Jubiläum gestaltete Stefan Bichlmeier eine sehr umfangreiche und reich bebilderte Festschrift.
Am Mittwoch, den 15. August, am Festtag Maria Himmelfahrt, besuchte der Historische Verein ein Kirchenkonzert in Maria Plain bei Salzburg. Der umfassende Ausblick auf die Stadt Salzburg und ein großartiges Kirchenkonzert vollendeten einen herrlichen Sommerabend.
Am 19. Oktober referierte Prof. Dr. Konrad Rögner beim Historischen Verein über die Erdgeschichte des süddeutschen Raumes, unter besonderem Aspekt des Vilstales. Viele Geisenhausener kennen die ungefähr 15 Millionen Jahre alten Blattabdrücke, die in einer ortsnahen Kiesgrube vor mehreren Jahren gefunden wurden. Beginnend mit diesem erdgeschichtlichen Fundstück erläuterte Dr. Rögner, wie die Landschaft unter bestimmten Bedingungen geformt wurde. An Hand von vielfältigen Folien und Bildern, die genau über die Sedimentablagerungen Auskunft gaben, erläuterte Dr. Rögner diese erdgeschichtlichen Zusammenhänge. Er hat es exzellent verstanden, den Aufbau des Vilstales für jedermann verständlich aufzuzeigen und sein Referat äußerst interessant zu gestalten.

Zusammenstellung und Ausführungen:
Schuder Sebastian
84144 Geisenhausen

Der Verein ist seit vielen Jahren Mitglied der Gesellschaft für Archäologie in Bayern. Der große prähistorische Fund von Eiselsdorf (neun Münchshöfener Gefäße 1989 mit Erlaubnis des LfD Landshut von J. Hager und J. Seisenberger ausgegraben) wurde in Landshut, Straubing und in Geisenhausen ausgestellt. Er befand sich einige Zeit als Leihgabe im Niederbayerischen Vorgeschichtsmuseum in Landau. Seit der Wiedereröffnung des renovierten Heimatmuseums Vilsbiburg ist unser Fund dort als Leihgabe unergebracht. Für die 1984 entdeckten Tonvotive von St. Theobald vermittelten Museumsleiter Grasmann, Vilsbiburg, und J. Hager die wissenschaftliche Bearbeitung bei Kreisheimatpfleger Dr. Fritz Marktmiller, Dingolfing, der eine interdisziplinäre Untersuchung einleitete und die Ergebnisse in seinen Geschichtsblättern "Der Storchenturm", Heft 39, 1985 veröffentlichte. 1995 hielt unser Verein eine Feierstunde mit einer Ausstellung zum Gedenken an das Kriegsende vor fünfzig Jahren in Geisenhausen.

Als wichtigste Aktivität in der bisherigen Vereinsgeschichte ist die 600-Jahrfeier der Marktrechtsverleihung an Geisenhausen im Jahr 1993 zu nennen. Der Historische Verein übernahm in enger Zusammenarbeit mit Bürgermeister Radspieler und der Marktgemeinde die Konzipierung des Jahresprogramms, die komplette Organisation und Durchführung der Veranstaltungen im Festjahr. Höhepunkte des Festjahres waren: Heimatabend, Vortrag von Dr. Heiner Feldkamp über Günter Eich in Geisenhausen, Veranstaltung über Leben und Werk des Geisenhausener Barockdichters Andreas Mayr (Entdeckung und wissenschaftliche Bearbeitung durch Stephan Hager, M.A.), Historische Spiele des Turnvereins, Festabend, Ausstellung "Kinder und Künstler sehen Geisenhausen", Handwerkermarkt, Festgottesdienst, großer Historischer Festzug (52 Gruppen), Konzert des Landshuter Klaviertrios, Festkonzert, tragisches Volksstück von Thomas Schmid "Die Geistnandl" (Hinrichtung der Geisenhausenerin Anna Amann als Hexe 1752 in Landshut).

Neben der 260 Seiten umfassenden Festschrift "Geisenhausen - Streiflichter..." gab die Vorstandschaft des Vereins ein Video über das Festjahr heraus (bearbeitet und getextet von J. Hager und J. Seisenberger) .

Trotz dieser umfassenden Darstellung konnte die Vereinsarbeit nur schwerpunktmäßig aufgezeigt werden. Die Vielfalt der Aktivitäten und die gute Akzeptanz bei der Bevölkerung, besonders bei den 135 Mitgliedern, lassen auch in Zukunft für den Historischen Verein Geisenhausen unter dem Dach des Historischen Vereins für Niederbayern eine solide Arbeit erhoffen.

Von 1994 bis 2003 war folgende Vorstandschaft im Amt:

1. Vorsitzender: Joseph Hager, 2. Vorsitzender: Josef Seisenberger, Schriftführer: Sebastian Schuder, Kasse: Franziska Irl, Beisitzer: Josef Grünberger, Karl-Heinz Kisling, Bernhard Jägel, Andreas Peißinger, Bruno Schmid.

In der Jahreshauptversammlung im Mai 2003 wurde die Vorstandschaft neu gewählt:

1. Vorsitzender: Joseph Hager, 2. Vorsitzender: Josef Seisenberger, Schriftführer: Sebastian Schuder, Kasse: Franziska Irl, Beisitzer: Gunda Dettenhofer, Peter Brenninger, Bernhard Jägel, Ludwig Kargl, Erich Lauber, Andreas Peißinger.

Seit 10. März 2006 leitet nun auch offiziell Josef Seisenberger die Vereinsarbeit. Einstimmig wurden Josef Seisenberger zum 1. Vorsitzender und Ludwig Kargl zum 2. Vorsitzenden gewählt. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Artikel von Sebastian Schuder aus der "Vilsbiburger Zeitung" vom 22.10.2003:

Rückblick auf  20 aktive Vereinsjahre

Historischer Verein feierte eindrucksvoll sein 20 jähriges Vereinsjubiläum.

Geisenhausen, Samstag, 11. 10. 2003. Mit festlicher Bläsermusik beim Vorabendgottesdienst begann der Festabend des Historischen Vereins zu seinem 20 jährigen Bestehen. Das Quintett der Landshuter Turmbläser spielte zusammen mit Martin Bader an der Orgel Werke aus verschiedenen Musikepochen. Als Einzug erklang die Fanfarensymphonie Jean Moures, zur Gabenbereitung wurde das "Locus iste" von Anton Bruckner gespielt. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ das Schlussstück " Feierlicher Einzug" von Richard Strauß für fünf Bläser, Orgel und Pauken.

Mit einem feierlichen Intrade vom Quintett der Landshuter Turmbläser unter Leitung von Horst Kirch begann der Festabend im Pfarrsaal, der vom Gärtnermeister Bernhard Jägel festlich geschmückt war. Der 1.Vorsitzende Joseph Hager konnte zu dieser Veranstaltung Bürgermeister Robert Maier, den Hausherrn Pfarrer Weindl, Gerhard Tausche, den 1. Vorsitzenden des Historischen Vereins für Niederbayern, die Ehrenbürgerin Rosamunde Raab und zahlreiche Gründungsmitglieder sehr herzlich begrüßen.

In einem Grußwort von Bürgermeister Robert Maier wurden dabei besonders die vielfältigen Aktivitäten des Vereins, beginnend mit der Tausendjahrfeier hervorgehoben. In vielen Beiträgen wurde die Ortsgeschichte genauer erforscht und dargestellt. Die Ausrichtung der 1000 Jahrfeier und das Festjahr zur 600jährigen Markerhebung ist dabei sicherlich noch vielen Geisenhausenern in lebendiger Erinnerung. Herr Tausche, der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins für Niederbayern, zeigte auf, welche Bedeutung für das Zusammenleben der Menschen das Wissen um seine Geschichte habe. Außerdem hob Herr Tausche auch hervor, dass die Geisenhausener etwa ein Fünftel der gesamten Mitglieder des Historischen Vereins für Niederbayern darstellen.

Nach dem Totengedenken für die verstorbenen Mitglieder wurde an einigen Schwerpunkten der Ortsgeschichte die Entwicklung von Geisenhausen aufgezeigt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens "bei den Gisen-Häusern"  ist in der Lebensbeschreibung des Heiligen Bischofs Ulrich von Augsburg vom 4. Oktober 980 zu lesen. Der Augsburger Bischof Heinrich I. schenkte sein väterliches Erbgut Gisinhusa an die Domkapitulare in Augsburg. Indirekt war die Tausendjahrfeier im Jahre 1982 mit eine Aktivität des Historischen Vereins, da der spätere 1. Vorsitzende diese Feier angeregt und mitgestaltet hatte und alle Mitarbeiter an der Festschrift dem Verein beitraten. Ein Sprecher las nun jeweils zu den entscheidenden, ausgewählten Ereignissen der Ortsgeschichte den Quellentext vor und Herr Hager erläuterte anschließend, wie der Verein diese wichtigen Geschehnisse umgesetzt und an die Öffentlichkeit gebracht hat. Einige Urkunden belegen, dass 1393 dem Ort die Marktrechte verliehen wurden. In diesem Marktrecht war genau festgelegt, wie viele Wochen- und Jahrmärkte abgehalten werden durften. Das Pfleggericht Geisenhausen, die Kirche St. Theobald mit ihrer ehemals bedeutenden Wallfahrt, die 30jährige Krieg und die Pest 1648, das Wirtschaftsleben im Markt mit seinen Handwerkszünften waren weitere entscheidende Stationen in der Ortsgeschichte.

Auch der Hexenprozess gegen die Geisenhausenerin Anna Amman im Jahr 1752 in Landshut und die Anwesenheit von Napoleon im Jahre 1809 in Geisenhausen gehören ebenso zur Marktgeschichte. Zwischen den Ausführungen zur Geschichte spielte das Quintett der Landshuter Turmbläser Musikstücke entsprechend den Themenpunkten, wie z. B. eine Militärsuite. Außerdem lockerten die gekonnt vorgetragenen musikalischen Darbietungen die gesamte Veranstaltung auf. Gerade in den beiden großen Festumzügen wurden viele dieser Ereignisse von verschiedenen Ortvereinen der Öffentlichkeit dargestellt. In seinem Festvortrag erwähnte Herr Hager auch die breite Fächerung des Vortragsangebotes des Vereins.  Neben geschichtlichen Themen, wie z.B. über die heimische Pflanzenwelt vor 15 Millionen Jahren oder die prähistorischen Funde bei Ringstetten, widmete man sich auch den aktuellen politischen Ereignissen. Der ehemalige ARD-Korrespondent Dr. Friedrich Schreiber referierte in Geisenhausen über 50 Jahre Israel - 5 Kriege und kein Frieden. Großen Zuspruch erhielten bei den Mitgliedern die Tagesfahrten zu historisch interessanten Orten und Städten in der näheren Umgebung.

Auch die Mehrtagesfahrten und die herausragenden Kulturveranstaltungen begeisterten eine große Bevölkerungsschicht.



Anschließend wurden vom 1. Vorsitzenden, Herrn Hager, die Gründungsmitglieder mit einer Ehrenurkunde und einem historischen Wachssiegel geehrt. Gerhard Tausche war es vorbehalten, Herrn Hager besonders hervorzuheben. Er, der Motor  des Vereins, war es, der den Verein nicht nur ins Leben gerufen hat, sondern in diesen 20 Jahren maßgeblich mit seinen Ideen und Initiativen sowie mit seiner stetigen Einsatzbereitschaft geprägt hat.

Anschließend waren alle Besucher zu einem kleinen Büffet, das die Frauen von der Vorstandschaft mit viel Eifer und Können vorbereitet hatten, eingeladen. Dazu spielten die fünf Bläser gehobene, auch moderne Unterhaltungsmusik und zeigten so ihr umfangreiches Musikrepertoire. Beeindruckt von den vielseitigen Aktivitäten des Vereins in den vergangenen 20 Jahren und dieser beeindruckenden Veranstaltung machten sich die begeisterten Zuhörer erst spät auf den Heimweg.


Rückblick HV Geisenhausen seit der letzten Jahresversammlung am 11. April 2008

Im Mittelpunkt der letzten Jahresversammlung stand der Vortrag vom Vereinsmitglied Rudolf Straub "Die Bahnhofstraße im Wandel". Mit der Eröffnung der Bahnlinie 1883 wurde Geisenhausen an das Eisenbahnnetz und sozusagen an den Weltverkehr angeschlossen. Aus der Westergasse wurde die Bahnhofstraße, auch wirtschaftlich folgte ein bedeutender Aufschwung, bedingt durch die gute Verkehrsanbindung. In den folgenden Jahrzehnten entstanden hier namhafte Betriebe wie die Leder- und Schuhfabrikation Dräxlmaier, die Ziegelei, die Malzfabrik, der Milchhof u.a.. Diese Werkstätten waren stets verbunden mit Persönlichkeiten des Marktes. Herr Straub erläuterte dabei sehr genau den Werdegang dieser für Geisenhausen so wichtigen Betriebe im letzten Jahrhundert. Weit über 400 Bewohner fanden hier Arbeit und Brot. Viele dieser Betriebe werden heute anderweitig genutzt oder sind aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung stillgelegt worden. Welch ein Wandel in relativ doch kurzer Zeit. Anhand vieler alten Fotos und der sehr genauen Ausführungen konnte Rudolf Straub bei den Besuchern so manche Erinnerungen wecken.   Ein Tagesausflug am 31. Mai führte Mitglieder und Freunde des Historischen Vereins ins mittlere Altmühltal. Schon am Ortseingang von Dollnstein wurden die Besucher von Frau Bittl, einer ehemaligen Schülerin aus Geisenhausen, sehr herzlich begrüßt. Hier am ehemaligen Zusammenfluss der Urdonau mit der Altmühl liegt ein besonders geschichtsträchtiger Ort. Frau Bittl führte fachkundig in einem Rundgang durch den beschaulichen Markt. Am Nachmittag führte besichtigte die Reisegruppe das mächtige Wahrzeichen der Stadt Eichstätt - die Willibaldsburg. Der ehemalige Sitz des Fürstbischofs beherbergt heute das Jura-Museum und das Ur- und Frühgeschichtsmuseum. Der herrliche Ausblick über die gesamte Bischofsstadt und der wundervolle botanische Garten am Rande der Willibaldsburg zeigt, wie Geschichte, Stadt und Natur sinnvoll miteinander gedeihen können. Ein absolutes Muss war anschließend die Besichtigung der Fossilien aus den verschiedenen Steinbrüchen aus der Umgebung, z. B. Flugsaurier und Quastenflosser. Das beeindruckendste Fossil ist jedoch das Original des Urvogels, des Archaeopteryx. Die Museen gaben einen eindrucksvollen Aufschluss über die geologische und kulturelle Entwicklung der Region um Eichstätt. In einem kurzen Rundgang durch die prachtvolle Barockkulisse der Stadt, dem Residenzplatz mit der Mariensäule und dem Dom mit dem 11 Meter hohen figurenreichen Pappenheimer Altar, der Westfassade, dem Kreuzgang und vielen anderen Sehenswürdigkeiten endete der Aufenthalt im Altmühltal.

Am 13. Juni referierte Gerhard Tausche, Vorsitzender des Historischen Vereins für Niederbayern, über Leben und Werk des Johannes Turmair.
  Johannes Turmair, 1477 geboren, studierte an den Universitäten Ingolstadt, Wien, Krakau und Paris erwarb sich eine umfassende und vielschichtige Bildung, die nicht viele Gelehrte seiner Zeit erreicht haben. Im Jahr 1509 wird er an den Hof nach München berufen, um als Erzieher und Lehrmeister der noch unmündigen Prinzen des verstorbenen Herzog Albrecht IV., Ernst und Ludwig, zu dienen. In einer landesherrlichen Berufung der Herzöge Wilhelm und Ludwig vom Februar 1517 erhält Aventin die ehrenvolle Aufgabe, als Landeshistoriograph eine Geschichte Bayerns zu verfassen. Zwei Jahre durchreiste er dazu Bayern und erforschte alte Urkunden und Schriften. Die "Annales ducum Baioariae" sind 1521 abgeschlossen. Der Höhepunkt seines Schaffens ist jedoch die Verdeutschung der Annales, die er 1522 von sich aus in Angriff nahm. Die Geschichte des bayrischen Volkes sollte nicht nur den Gelehrten verständlich sein, sondern der Allgemeinheit, dem Volk selbst, zugänglich werden. Dass sowohl die Annales, als auch die "Bayrische Chronik" trotz intensiver Bemühungen Aventins um eine Drucklegung erst 1554 in Ingolstadt bzw. 1566 in Frankfurt gedruckt wurden, liegt vor allem an den Glaubenskämpfen der Reformation. Der HV für Niederbayern besitzt zwei Ausgaben. Aventins kritischer Geist und seine teilweise antiklerikale Haltung führten sogar dazu, dass sein Name 1554 auf einem Index verbotener Bücher erschien. Zu seinen Lebzeiten wird Aventin selbst als Anhänger der Reformation verdächtigt: Nach kurzer Haft in Abensberg befreit ihn Leonhard Eck, der führende Rat Herzogs Wilhelm IV., und er emigriert in die sichere freie Reichsstadt Regensburg. Dort vollendet Aventinus 1533 seine "Bayrische Chronik" und arbeitet daneben an weiteren historischen Werken. Am 9. Januar 1534 stirbt er in Regensburg. Bestattet ist Aventinus auf dem Friedhof von St. Emmeram. Noch heute ist das Grabmal im Vorhof zur Kirche St. Emmeram zu sehen. Gerhard Tausche hat Geschichte und Werk von Johannes Turmair in den Blickwinkel des damaligen Geschehens gestellt. Aventin hat nicht nur erzählt, sondern stellte auch Ursachen und Folgen in einen Zusammenhang.  

Am 11. Juli referierten im Pfarrsaal Professor Dr. Josef Weindl und Oskar Schmid über Leben und Werk des aus Geisenhausen stammenden Professors Dr. Johannes Stelzenberger.
  Johannes Stelzenberger, 1898 in Münchnerau geboren, kam 1906 nach Geisenhausen. Dr. Josef Weindl zeigte mit vielen Originalbildern und persönlichen Schriftstücken sehr anschaulich den Lebenslauf und sein berufliches Wirken auf. Nach dem Studium an der Philos.-theol. Hochschule in Freising und der Universität München wurde Johannes Stelzenberger am 29. Juni 1923 im Dom zu Freising zum Priester geweiht. Nach anfänglichem Wirken in der Pfarrseelsorge promovierte er im Jahre 1927 in München und habilitierte 1930 in Würzburg. In den Jahren 1935/36 versah er eine Gastprofessur an der Katholischen Universität in Santiago de Chile. Nach kurzer Tätigkeit an der Universität Würzburg lehrte er von 1936 bis 1939 als Professor für Moraltheologie an der Universität Breslau. Am 1. August 1939 wurde er als Heeres- bzw. Divisionspfarrer zur Wehrmacht eingezogen. Im Dezember 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, bekleidete er von 1950 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1966 den Lehrstuhl für Moraltheologie in Tübingen. Sein Werk wird bestimmt durch die Frage nach dem Beitrag der Geschichte zur Erhellung christlicher Sittlichkeit, wobei er sittlichen Prinzipien große Bedeutung beimisst. Seine theologischen Studien verband Professor Stelzenberger stets mit der Erforschung des historischen Hintergrundes. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit hat er alle nur erreichbaren Quellen über die Geschichte von Geisenhausen aus den Archiven von München, Landshut, Augsburg, Freising, u.a. gesammelt und in einem Personen-, Sach- und Ortsregister zusammengestellt. Oskar Schmid hat dieses sogenannte Stelzenberger-Archiv, das die Familie Stelzenberger dem HV als Leihgabe übergeben hat, in eine leichtere zugängliche Form aufbereitet und erfasst. Insgesamt umfasst dieses Archiv 163 Schachteln mit ca 120 000 Zetteln und ist in vier großen Hängeschränken untergebracht. Herr Schmid zeigte an ausgewählten Beispielen auf, wie Dr. Johannes Stelzenberger aus dem umfangreichen Urkunden- und Schriftenmaterial, von den Archiven abgeschrieben, dieses Personen-, Orts- und Sachregister mit unglaublichem Zeitaufwand angelegt hat. Geisenhausen verfügt neben der Steinberger-Chronik auch die Stelzenberger Chronik über Markt und Pfarrei in Karteiform. Was der Chronist Aventin für Niederbayern bedeutet, das kann sicherlich für Dr. Johannes Stelzenberger in Geisenhausen gelten. Das Archiv ist ein umfassendes geschichtliches Nachschlagewerk über Geisenhausen.  

Vom 8. - 10. August besuchten viele Mitglieder und Freunde des HV die Landeshauptstadt Magdeburg und Lutherstadt Wittenberg.
  Versierte Stadtführer zeigten den Besuchern aus Niederbayern die Besonderheiten dieser ehemaligen Kaiserpfalz unter Kaiser Otto I, der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ab 962. Die Stadt an der mittleren Elbe besitzt die erste gotisch konzipierte Kathedrale auf deutschem Boden. Am Domplatz befindet sich auch das älteste erhaltene Bauwerk, der Klosterkomplex "Unserer Lieben Frauen" aus dem 11. Jahrhundert. Aufgrund der massiven Bombardierungen im 2. Weltkrieg hat sich das Stadtbild deutlich verändert und nur wenige Bauwerke von der einst blühenden Metropole konnten rekonstruiert werden. Die Besichtigung der "Grünen Zitadelle", ein riesiges Geschäfts- und Wohnprojekt von Friedrich Hundertwasser, erregte bei den Besuchern Erstaunen, Bewunderung und vielfältige Diskussionen. Am nächsten Tag wurde Lutherstadt Wittenberg besichtigt, eine alte Universitätsstadt, die im 16. Jahrhundert die gelehrtesten Köpfe dieser Zeit anzog. Auch Martin Luther kam 1508 als Augustinermönch an die Universität und an der er ab 1512 als Theologieprofessor lehrte. 1517 veröffentlichte er seine berühmten 95 Thesen gegen die Ablasswirtschaft und mahnte die bestehenden kirchlichen Verhältnisse an. Wittenberg wurde so zum Ausgangspunkt der Reformation. Der Stadtplatz ist beinahe unverändert geblieben und viele Gebäude weisen auf den Besitz und das Wirken bedeutender Persönlichkeiten aus der Reformationsbewegung hin. Um die vielen geschichtlichen Eindrücke nachwirken zu lassen, erholten sich die Geisenhausener auf einer beschaulichen Gondelfahrt am Seenlandschaftspark in Wörlitz. Brücken, Tempel und die vielfältigen Baum- und Gewächsarten fügen sich zu einem märchenhaften Bild zusammen. Auf dem Rückweg zum Hotel wurde noch das berühmte Bauhausgebäude nach den Entwürfen von Walter Gropius in Dessau besichtigt. Am letzten Tag wurden die Städte Karlsbad und Marienbad angefahren. Riesige Hotels und Kuranlagen bestimmen jeweils das Stadtbild dieser bedeutenden Kurorte.   Am 14. September veranstaltete der HV zusammen mit dem Motorradclub am Tag des Denkmals anlässlich "100 Jahre Auto in Geisenhausen" ein Oldtimertreffen am Marktplatz und eine große Fotoausstellung im Rathaus. Johann Dettenhofer, der ehemalige Besitzer des großen Stieglbräus am Marktplatz, hatte sich vor genau 100 Jahren ein Auto, einen Brennabor, gekauft. Der in New York lebende Enkel des ersten Geisenhauseners Autobesitzers, Hans Elmar Dettenhofer, hat keine Kosten und Mühen gescheut und ist mit einem sehr ähnlichen Fahrzeug, einem Buik aus dem Jahre 1910, nach Geisenhausen gekommen. Dieses Fahrzeug war zugleich der Mittelpunkt und Besuchermagnet der Oldtimerausstellung von ausgewählten Auto- und Motorradmodellen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der HV hat dazu eine umfangreiche Sammlung von alten Fotos und Zeichnungen zusammengestellt, die die Entwicklung der Motorisierung besonders in und um Geisenhausen aufzeigte. Das Interesse war so überwältigend, dass die Ausstellung noch um eine Woche verlängert wurde, damit sich die vielen interessierten Besucher mehrmals und in aller Ruhe die Raritäten betrachten konnten.   Historischer Verein besuchte am 22. September das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz in München.   Viele Mitglieder des HV und Interessierte aus der Pfarrei Geisenhausen wollten die Hauptsynagoge von Oberbayern und München kennenlernen. Schon von außen ist das Bauwerk beeindruckend. Die architektonischen Elemente Tempel und Zelt wurden hier eindrucksvoll kombiniert. Die Travertinverkleidung des monolithischen Sockels erinnert an die Klagemauer in Jerusalem, die fragile Konstruktion darüber symbolisiert das Zelt mit der Bundeslade. Im Inneren wirkt die Synagoge Licht durchflutet, die aus Zedernholz hergestellten Einrichtungsgegenstände und verkleideten Wände strahlen Wärme und Freundlichkeit aus. In einer sehr fachkundigen Führung wurde der Innenraum der Synagoge erklärt. Im Vorraum kann die rituelle Waschung vorgenommen werden. Der Hauptraum wird bestimmt von dem zentralgelegenen Vorlesepult und dem Thoraschrein an der Ostwand. Die Zehn Gebote stehen in hebräischer Schrift an der Wand des Thoraschreins. Die Frauenplätze sind durch einen Sichtschutz abgetrennt. Schon im 18. und 19. Jahrhundert herrschte in München reges jüdisches Leben in einem toleranten Klima. Nach den schrecklichen Verfolgungen während des 3. Reiches ist das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz Symbol eines harmonischen Miteinanders.   Am 28. September wurde ein Kirchenkonzert in der Wallfahrtskirche Marienberg bei Burghausen besucht.   Von 24. - 26. Oktober wurde die Geschichte der Zeilerfabrik "Zeiler und Geisenhausen" in einer umfangreichen Ausstellung dokumentiert. Dabei haben Mitglieder des HV tatkräftig mitgewirkt.   Sonstiges Besuch der Kadinsky-Ausstellung in München. Über die Geschichte des Weißgerberanwesens an der kleinen Vils und über die Geschichte der Malzfabrik wurden Beiträge veröffentlicht, um sie nach dem Abbruch der Gebäude nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Der HV hat ein sehr vielschichtiges, umfangreiches Programm abgewickelt und bot abwechslungsreiche Beiträge an, die nicht nur bei den vielen Mitgliedern sondern auch bei der Bevölkerung auf große Resonanz stießen.  

März 2009    Schuder Sebastian Schriftführer HV Geisenhausen      

Vorstandschaft des HV Geisenhausen Wahl: 27. März 2009        
Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung: 39 Mitglieder      

Wahlergebnis:  

1. Vorsitzender:   Josef Seisenberger

2. Vorsitzender:      Ludwig Kargl
Schriftführer:          Sebastian Schuder
Kassier:                   Franziska Irl    

Fünf Beisitzer:
Gunda Dettenhofer
Rudolf Straub
Erich Lauber
Andreas Peißinger                        
Peter Neumeier                  



Rückblick seit der letzten Jahreshauptversammlung am 27. März 2009


An diesem Tag wurde die Vorstandschaft neu gewählt. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, zeigte Bruno Schmid Lichtbilder von verschiedenen Veranstaltungen in Geisenhausen, die sich vor allem auf das letzte Jahr bezogen. In seiner unnachahmlichen Weise kommentierte Bruno Schmid dabei die Höhepunkte des Vereins sowie wichtige Geschehnisse aus dem Gemeindeleben.   Am 24. April referierte Rudi Straub mit einem zweiten Teil über die Bahnhofstraße im Wandel der Zeit. Vor allem Handwerksbetriebe, Kleinunternehmen, Geschäfte und Dienstleister wurden dabei vorgestellt. Dabei wurden die jeweils vorherrschenden Zeitumstände besonders berücksichtigt.   Am 26. Juni berichtete das Vereinsmitglied Alfred Mühlbauer in einem Diavortrag über seine Entwicklungsarbeit und über das Leben der Menschen in Tansania.   Am 11. Juli wurde in der Stadtresidenz Landshut die Ausstellung "Ewig blühe Bayerns Land" besucht. Vom 5. - 9. August führte die Jahresfahrt des HV nach Aachen. Auch die niederländische Kulturstadt Maastricht und der Wormser Dom wurden u.a. besichtigt. Am 19. September führte eine Tagesfahrt zum Kloster Benediktbeuren. Zugleich wurde das Buchheim - Museum in Bernried besichtigt.   Am 23. Oktober schilderte Lambert Grassmann und Josef Seisenberger in dem Vortrag "Das kriegerische 20. Jahrhundert" die Verhältnisse und Ereignisse des letzten Jahrhunderts im Bereich Vilsbiburg und Geisenhausen. Viele Fotos, Schriftstücke und Gegenstände aus dieser Zeit erweckten bei den interessierten Zuhörern großes Interesse.   Schon traditionsgemäß organisierte der HV am ersten Adventsonntag der Glühweinverkauf am Marktplatz. Die Einnahmen wurden einem sozialen Zweck zugeführt. Am 27. März 2010 wurde das Trachtenmuseum in Holzhausen besichtigt. Es wurden 4 Vorstandssitzungen abgehalten. Schuder



Jahresrückblick seit der letzten Jahreshauptversammlung am 23.04.2010
    

Herr Gerhard Tausche hielt bei der Jahreshauptversammlung einen interessanten Vortrag zu dem Thema anno 1394.   Am 15. Mai besichtigte der Historischer Verein mit dem Künstler Mario Schoßer die von ihm neu geschaffenen Hauskapellen in Straubing und Regensburg. Schon beim Betreten des Neubaus der Hauskapelle der Barmherzigen Brüder in Straubing erzeugt dieser behindertengerechte glasdurchflutete Rundbau eine angenehme Wärme, eine beruhigende Stimmung und zeigt die vielfältigsten Facetten des Lichts. Mario Schoßer erklärte sehr anschaulich den Planungs- und Gestaltungsverlauf seines bisher größten Werkes. Im Mittelpunkt der künstlerischen Konzeption des Baus steht die Sonne; sie ist es, die sich bewegt. Ihr täglich verschiedener Lauf wurde hier eingeplant. Der Besucher kann also die Atmosphäre und Lebendigkeit des Innenraumes sowie die bildhaften Erzählungen vom Samen bis zur Ernte stets andersartig und täglich, ja stündlich neu erleben. Mario Schoßer erklärte den interessierten Besuchern sehr deutlich, mit welch hochtechnischen Aufwand die Glasplatten bemalt und bearbeitet wurden, um diese Wirkungen erzielen zu können.   Nach einem ausführlichen Abriss über die Planung und Baugeschichte der Eustachius-Kugler-Kapelle in Regensburg erklärte Mario Schoßer seine Arbeiten. Schwerpunkt war auch hier wieder die Gestaltung der Glasfenster. Ein gelb-blaues Band zieht sich durch alle Fenster, die den Weg des Gründers darstellen. Im Zentrum der Kapelle steht der Altar aus Stein mit dem Schrein des Seliggesprochen. Mit dieser Besichtigung der beiden Kapellen haben die Besucher einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten des Künstlers, der in Aukam lebt, erhalten. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören neben Malerei und Grafik auch Glasmalerei, eine eigene Radierwerkstatt sowie Wand- und Raumgestaltung.   Am 19. Juni erkundete der Historischer Verein mit Professor Dr. Georg Spitzlberger die ehemalige Straßburg bei Gretlmühle. Gleich mehrere Burgen erhoben sich an den Isarhängen zwischen Frauenberg, Wolfsteinerau und Gretlmühle. In der Burg Wolfstein wurde Konradin, der letzte Hohenstaufer, geboren. Bedeutender für die Gründung und Weiterentwicklung der Stadt Landshut war aber die ehemalige Straßburg. Dr. Spitzlberger zeigte zuerst der Gruppe aus Geisenhausen den im Wald noch gut erhaltenen eindrucksvollen Altstraßenzug, der nach Frauenberg führt. Diese Straße, die auch zur Gesamtanlage Straßburg zählte, führte von der alten Isarbrücke herkommend am Hang entlang aufwärts. Durch Ausfahrung und Auswaschung entstanden hier tiefe Hohlwege. Anschließend zeigte Dr. Spitzlberger dieses einmalige Beispiel einer mittelalterlichen Burganlage. Burgkegel, Wallgraben, Vorplateau, Doppelgrabensystem und Zufahrtsanlage sind noch deutlich erkennbar. Die gesamte Anlage ist vermutlich zum Teil auch künstlich damals angelegt worden. Aus urkundlichen Nachweisen sei zu erschließen, dass die Straßburg als Zollstätte des Regensburger Bischofs ein unmittelbarerer Kontrahent der wittelsbachischen Holzburg Landshut war. Die Gründung Landshuts 1204 und die Zerstörung der Straßburg 1203 stehen in direktem Zusammenhang. Viele mittelalterliche Keramikfunde auf dem großen Plateau und verschiedene Lesefunde belegen, dass die Burganlage Straßburg nur bis rund 1200 bewohnt war. Nach Schleifung der Burg wurde sie nicht mehr aufgebaut. Professor Spitzlberger hat bei jedem Besucher mit seinem beinahe unerschöpflichen Wissen und seiner begeisterungsfähigen Erzählkunst Interesse für die mittelalterliche Heimatgeschichte geweckt. Zur Verabschiedung der Armen Schulschwestern hat der Historische Verein eine Chronik der Armen Schulschwestern in Geisenhausen eigenständig zusammengestellt und herausgegeben. Herr Seisenberger, Frau Irl und Herr Straub haben dabei Großartiges geleistet. Herr Axmann hat bei der Bearbeitung und Druckherstellung einen großen Beitrag geleistet. Es wurden 460 Hefte gedruckt und auch abgesetzt.   Vom 4. - 8. August besuchte der Historische Verein das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, besonders die Landeshauptstadt Schwerin. Auch die Hansestädte Lübeck, Wismar  und auf der Heimfahrt die Landeshauptstadt von Thüringen, Erfurt, standen auf dem Besuchsprogramm.   Am 12. September, dem Tag des Denkmals, wurde am Waldrand bei Salksdorf das Lorenzer-Denkmal enthüllt. Die Gemeinde Geisenhausen ließ es auf Anregung des Historischen Vereins restaurieren und an dem neuen Ort aufstellen.   Am 10. Oktober besuchte der Historischer Verein drei Rokokokirchen im Erdinger Land und das Heimatmuseum in Thal. Im Gebiet von Erding entfaltete sich nach dem Dreißigjährigen Krieg eine umfangreiche Bau- und Kunsttätigkeit. Die große Bedeutung liegt dabei besonders auf dem Gebiet der Kirchenausstattung; im Altarraum und besonders im Kanzelbau. Die Ausstattung der kleinen Landkirchen In Hörgersdorf, Eschlbach und Oppolding stellt einen der letzten Höhepunkte des bayerischen Rokoko dar und stammt weitgehend von denselben Künstlern. Die Kunstblüte ist höchstwahrscheinlich der Initiative des Pfarrers Max Ludwig Dapsul, der 1745-1787 als Seelsorger in Eschlbach war und außergewöhnliches Kunstverständnis besaß, zu verdanken.  Dank des unermüdlichen Einsatzes von Vereinsmitgliedern der Oldtimerfreunde, Gönnern und Spendern entstand hier in Thal ein Heimatmuseum der besonderen Art. In über vierzigtausend eigenen Arbeitsstunden entstanden hier das Hauptgebäude (12 x 31 m), das ein Nachbau eines für den Landstrich typischen Hofes ist. Der originalgetreue Innenausbau beherbergt neben den klassischen Räumen wie Küche, Stube und Querflez auch zusätzliche Ausstellungsräume (unter anderem Zimmerei, Schusterei, altes Schulzimmer) sowie sanitäre Anlagen. Besonderheiten sind sicherlich der Hausgang mit seinem handgemauerten böhmischen Gewölbe, das Jahrhunderte alte Solnhofer Pflaster sowie die imposanten Malereien, ein Spiegelbild längst vergangener Tage. Im großen Ausstellungsraum ist darüber hinaus ein aus mehr als 9.000 Einzelstücken verlegter Hirnholzboden zu bewundern. Filigran ist auch der mit Stuck- und Malerarbeiten verzierte östliche Hausgiebel. Im Quergebäude ist nach historischem Vorbild eine Schmiede und eine Wagnerei eingebaut.  Ein stattlicher Taubenkobel konnte aufgestellt werden, ein alter Backofen, der jetzt öfters benutzt wird, und seit wenigen Monaten eine stilvoll neuerbaute Kapelle vervollständigen die prachtvolle Anlage.    Auf Anregung von Bruno Schmid und dem Vorsitzenden des Historischen Vereins wurde mit der Gemeinde Geisenhausen eine Erinnerungstafel zu Ehren  Günter Eichs, gestaltet von Mario Schoßer, geschaffen. Auf dieser Tafel steht der Satz: " Alles, was geschieht, geht dich an."  Das sind die Schlussworte aus dem Vorspann zum Hörspiel "Träume",  das Günter Eich in Geisenhausen schrieb. Am 30. Oktober wurde diese Gedenktafel feierlich enthüllt. Am Abend folgte dann ein Festvortrag in der Hauptschulaula über den berühmten deutschen Nachkriegsschriftsteller, der etwa neun Jahre hier bei der Familie Schmid wohnte. Schon traditionsgemäß beteiligte sich der HV beim Glühweinverkauf am Marktplatz. Die Einnahmen wurden einem sozialen Zweck zugeführt. Es wurden vier Vorstandssitzungen abgehalten.   Schuder

 
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