Aktuelles

Dem Mythos Bayern auf der Spur

Historischer Verein besuchte Bayerische Landesausstellung in Ettal


Geisenhausen. Erwartungsgemäß stieß die Einladung zur Besichtigung der Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum - Mythos Bayern“ bei den Mitgliedern und Freunden des Historischen Vereins auf großes Interesse. So konnte Vorsitzender Sebastian Schuder am Samstag auf dem Weg nach Ettal 45 Mitfahrer willkommen heißen. Franziska Irl hatte den Tagesablauf bestens vorbereitet und so wurden die Teilnehmer nach Ankunft bereits zur Führung durch die Ausstellung erwartet.
Das 100 jährige Jubiläum „Freistaat Bayern“ war Anlass zu dieser Ausstellung und soll die Sonderrolle der Region als Naturparadies, Tourismusmagnet, Wirtschaftsmacht sowie Kultur- und Bildungsland widerspiegeln.

Da Bayern zu 1/3 vom Wald bedeckt ist, beschäftigte sich die Ausstellung eingangs mit der Forstwirtschaft früherer Tage. Legendäre Holztransporte aus dem Hochwald mit Schlitten oder die Trift über reißende Gewässer führten immer wieder zu schweren Unfällen. Auch das Wild und die herrschaftliche Jagd hatten ihren berechtigten Platz in der Ausstellung. Für die großen Jagdgesellschaften wurde von der Obrigkeit ein hoher Wildbestand angeordnet, der jedoch zu großem Verbiss auf den Äckern führte. Die Wilderei war in dieser Zeit fast lebensnotwendig, um die eigene Nahrung zu sichern. Der aufkommende Tourismus brachte endlich zusätzliches Einkommen in die  ärmlichen Gegenden. So wurden zur Sommerfrische ganze Sonderzüge aus dem „hohen Norden“ erwartet. Inzwischen war die Tracht aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das traumhafte Bayern wurde auch von den Malern entdeckt, denn die Bilder ließen sich gut verkaufen und schmückten manche gute Stube - nicht nur im Freistaat.
Die mündlichen Erklärungen des engagierten Ausstellungspersonals wurden durch Schautafeln, Fotografien und  historische Gegenstände optimal ergänzt. Der letzte Teil der Führung gilt dem Lebenswerk von König Ludwig II. Dazu wurde für die Ausstellung ein sehenswerter Holzpavillon geschaffen, in dessen Innern eine Computeranimation die Besucher in die Phantasiewelt König Ludwig II. eintauchen lässt.
Da für den Mittagstisch im Klosterstüberl bereits eine Vorbestellung der Essen vorlag, reduzierte sich der Aufenthalt dort auf gut eine Stunde und so konnte die Gruppe zu einem weiteren Ausflugshöhepunkt aufbrechen: der Besichtigung des Schlosses Linderhof. Nach Fertigstellung des Hauptgebäudes bewohnte König Ludwig II. selbst noch die Gemächer, denn die anderen Traumschlösser waren allesamt noch in Bau. Der Märchenkönig widmete Schloss Linderhof ganz dem französischen Hof, denn er vergötterte den Sonnenkönig Louis XIV. So sind in den Prunkräumen immer wieder Gemälde aus Versailles zu sehen.

Als es um 17 Uhr auf die Heimfahrt ging, war eine nachdenkliche Stille im Bus, denn die Eindrücke der beiden Führungen hatten ihre Wirkung nicht verfehlt.

Abschied und Neubeginn

Würdigung der Leistungen ausscheidender Mitglieder im Historischen Verein

 

Geisenhausen: Im Mittelpunkt der konstituierenden Sitzung des HV nach den Neuwahlen stand der Ausstand von drei Vorstandsmitgliedern und die Einführung der drei "Neuen" in die Vorstandsarbeit.

Zunächst erinnerte 1. Vorsitzender Sebastian Schuder an die vielen aktiven Jahre von Karl-Heinz Kisling, Josef Seisenberger und Rudolf Straub im Vereinsvorstand. Letzterer habe während seiner Jahre im Vorstand (2009-20018) immer wieder sein reiches Wissen zur Lokalhistorie, insbesondere zum Bahnhofsviertel, einbringen können. Zusammen mit Sepp Seisenberger habe er die Fahrmeir-Chronik neu ediert, und Rudi Straub sei es auch gewesen, dessen Namensvorschlag "Geisenhausener Museum" das Rennen machte. Karl-Heinz Kisling, der von 1994 bis 2003 und nach einer längeren Pause von 2015 bis 2018 im Vorstand vertreten war, habe immer wieder seine guten Beziehungen zu vielen Firmen und Handwerksbetrieben einbringen können. Bei Sepp Seisenberger schließlich sei der viel-strapazierte Begriff vom Urgestein des Vereins mehr als angebracht: Als Gründungsmitglied war er für den Verein von 1983 bis 1994 als Schriftführer und von 1994 bis 2005 als Stellvertretender Vorsitzender aktiv. Nach Joseph Hagers Tod übernahm Sepp Seisenberger 2005 den 1. Vorsitz, den er 2015 abgab. Er verblieb aber noch weitere 3 Jahre im Vorstand. Somit war er als einziger seit der Vereinsgründung, also 35 Jahre ohne Unterbrechung, in der Vereinsarbeit engagiert. Als seine größte Leistung hob Schuder seinen unermüdlichen Kampf um ein eigenes Museum in Geisenhausen hervor, der 2015 endlich Früchte trug. Als herausragend bezeichnete Schuder auch Josef Seisenbergers immenses historisches Wissen, von dem der Verein immer noch zehrt. Der Redner versäumte es nicht, auch den Einsatz der drei Ehefrauen zu würdigen, auf deren Mitarbeit der Vorstand nur schwer verzichten könne.

Im Anschluss daran erhielten die drei Neulinge im Vereinsvorstand Gelegenheit, über sich und ihre Vorstellungen vom Wirken des Historischen Vereins ein knappes Statement abzugeben. Für Stephan Hager gibt es mehrere Gründe jetzt in die aktive Vereinsarbeit einzusteigen: Ab April wird er wieder Gemeindebürger in Geisenhausen sein, also an den Ort seiner Kindheit und Jugend zurückkehren, die ohnehin stark geprägt waren vom Wirken seines Vaters Joseph Hager. Indirekt sei er quasi schon seit der Gründung des Vereins dabei, das Interesse für Geschichte habe ihm der Vater durch sein Vorbild schon früh eingepflanzt, was auch entscheidend für seine Berufswahl gewesen sei. Marianne Müller sieht einen Schwerpunkt ihrer zukünftigen Arbeit im Verein darin "altes Wissen" zu erhalten. Sie meint damit das Konservieren dessen, was uns alte Menschen über die Vergangenheit erzählen können. Als Beispiel nennt sie ihren amerikanischen Onkel, der gestorben sei, ohne dass sie an seinem reichen Wissen über Vergangenes teilhaben konnte. Helmut Ramsauer will Geschichte nicht nur konservieren, sondern lebendig erhalten; das könne nur gelingen, wenn man Historie in die heutige Zeit "übersetzt". Eine wichtige Aufgabe komme dabei dem Museum zu, das sich nicht damit begnügen dürfe, alte Dinge auszustellen, sondern die Menschen mit einbeziehen müsse, indem es ihnen Geschichten erzählt, die sie mit der Frage konfrontieren, was das Gezeigte mit ihnen und ihrer heutigen Lebenswelt zu tun hat.

 

Peter Brenninger    

aus: Vilsbiburger Zeitung, Rubrik Geisenhausen

 

 

Von der Hexeneiche bis zur Helmsauer Marie

Pfarrer Schober referiert über Sagen im Umkreis / Neuwahl des HV-Vorstands

Geisenhausen:        

Zur Jahresversammlung hatte der Historische Verein mit Pfarrer Johann Schober einen bewährten Referenten geladen, der im gut gefüllten Pfarrsaal sein reiches Wissen über das Wesen der Sagen allgemein und im Besonderen über die Sagen im Gebiet um Geisenhausen weitergab. Virtuos musikalisch umrahmt wurde sein Vortrag vom Klarinettenduo Elisabeth Schuder und Anne-Doreen Scholz. Vorausgegangen waren die Berichte über das Vereinsjahr und die Wahl eines neuen Vorstands.

Einleitend ließ Pfarrer Schober die Zuhörer wissen, warum ihn die Faszination von Sagen schon sein ganzes Leben begleite. Sein Elternhaus in Arth bei Landshut stand neben der Kirche, angeblich genau an jener Stelle, an der sich ehedem ein Raubrittersitz befunden hatte. All die Geschichten, die sich darum rankten, hätten ihn nicht mehr losgelassen und so habe er am Sammeln von Sagen und am Erforschen der Heimatgeschichte Gefallen gefunden. Sagen bezeichnet er als Spiegel der Volksseele, in immer wiederkehrenden Motiven reflektieren sie religiöses Denken ebenso wie die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen von früher. Er sieht auch Parallelen zum heutigen Krimi, war doch die Hauptintention eine schaurige Geschichte zu erzählen, die oft auch mit einer Warnung oder moralischen Belehrung verbunden war.

Schober kategorisiert die Volkssagen in "miracula", die von wundersamen irrealen Geschehnissen handeln, "mirabilia", deren Handlung erklärbar ist, und "exempla", also Beispielgeschichten, die einen davor warnen sollen, dieselben Fehler oder Sünden zu begehen. Zu ihnen zählen all jene Geschichten über Menschen, die wegen unmoralischen oder sündhaften Tuns bestraft werden oder als Untote auf ihre Erlösung warten. Da ist etwa jener geizige Waldbesitzer, der den Armen kein Reisig gönnt; bei einem Sturm wird er von einem seiner Bäume erschlagen und findet im Tod keine Ruhe. Erst auf die erlösende Frage eines Lebenden vermacht er das Frauenholz der Pfarrstiftung in Feldkirchen und seine arme Seele findet Frieden. Ebenfalls in Feldkirchen spielt die Geschichte vom sterbenden Dieb, der einst den Tabernakel aufgebrochen und geweihte Hostien am Boden verstreut hat. Weil sich nun ebenjener Tabernakel nicht öffnen lässt, bleiben ihm die Sterbesakramente versagt. Auch in der Geschichte vom feurigen Mann, der einem Fuhrknecht nachts zwischen Geisenhausen und Holzhausen voranschreitet und ihm den Weg erleuchtet, geht es um eine ruhelose Seele. Erst als der Fuhrman sich mit "Vergelt's Gott" bedankt, ist die Erscheinung für immer verschwunden.

In vielen Sagen aus der Region um Geisenhausen findet der Standort von Gebäuden und Denkmälern eine Erklärung. So geht die Entstehung des Wallfahrtskirchleins von Schrannen der Sage nach auf eine dort befindliche Richtstätte der Grafen von Neufraunhofen zurück. Die Gräfin ließ neben dem Galgen zum Trost für die Delinquenten eine Statue der Mater Dolorosa errichten, die später durch die Kirche ersetzt wurde. In Helmsdorf decken sich historische Realität und Sage insofern, als die Kirche tatsächlich von Kaiser Heinrich II. im Jahr 1011 gestiftet wurde. Der Sage nach geschah dies zum Dank für die gute Bewirtung in einem Gasthaus, in dem er auf der Durchreise weilte.  

Interessant findet Schober auch die wissenschaftliche Deutung der Erdmännlein-Sage von Stephansbergham. Die kleinen Wesen, die in der Kirche putzen und Messe feiern, repräsentieren nach Ansicht eines Volkskundlers die Urbevölkerung bzw. die Restromanen. Sie mussten unter den neuen Landesherren (Bajuwaren, Agilolfinger) als Dienstleute arbeiten. In der Kirche von Stephansbergham fanden sie ein Refugium zur Weiterexistenz; gesehen werden können sie der Sage nach aber nur von Sonntagskindern.

Schober erzählte auch von Irrlichtern am Galgenbichl, der Hexeneiche bei Adermühle, dem feurigen Schimmel von Aukam und wusste zum Abschluss Wissenswertes von der schon lange verstorbenen Wahrsagerin Helmsauer Marie zu berichten, die offensichtlich sowohl die Fähigkeit des Hellsehens als auch der Präkognition (Vorauswissen) in sich vereinte. Dass vieles von dem, was sie voraussagte, eintraf, sei verbürgt. So soll sie das Kriegsende mit dem Satz "45 macht da Ami am 1. Mai d'Tür auf" schon lange vorher angekündigt haben, und auf die Frage, ob der Krieg verloren gehe, kam die Antwort "Moanst, dass d' Haderlumpn an Kriag gwinnan?" Es dauerte nicht lange und die Polizei stand vor ihrer Tür.

Im ersten Teil der Veranstaltung hatte es Neuwahlen gegeben, umrahmt von den Berichten des Schriftführers, der Schatzmeisterin und des Kassenprüfers Dr. Josef Weindl, der eine wohlgeordnete Kassenführung attestierte und die Entlastung des Vorstands vorschlug. Bei den Neuwahlen wurden 1. Vorsitzender Sebastian Schuder, 2. Vorsitzender Peter Neumaier, Schatzmeisterin Franziska Irl und Schriftführer Peter Brenninger ohne Gegenstimmen wiedergewählt. Die ausscheidenden Beisitzer Karl-Heinz Kisling, Josef Seisenberger und Rudolf Straub wurden ersetzt durch die jeweils einstimmige Wahl von Stephan Hager, Marianne Müller und Helmut Ramsauer. Ludwig Kargl und Franz Kloss wurden ohne Gegenstimmen in ihrem Beisitzer-Amt bestätigt.

 

Peter Brenninger

 

(Quelle: Vilsbiburger Zeitung) 

 

 

 

Aus der Vilsbiburger Zeitung:

 

Das "Gedächtnis Niederbayerns" von innen betrachtet

Historischer Verein Geisenhausen besichtigt das neue Staatsarchiv Landshut

Dass der Besuch des Historischen Vereins im niederbayerischen Staatsarchiv auf den Internationalen Tag der Handschrift (23. Jan.) fiel, dürfte reiner Zufall sein. Dennoch sind Zusammenhänge nicht zu übersehen, zumal die Beschäftigung mit historischen Handschriften zum grundlegenden Handwerkszeug der 12 Mitarbeiter im Staatsarchiv gehört.  Sie befassen sich aber nicht allein mit dem Sammeln und Aufbewahren von Urkunden und Akten, sondern auch mit deren Bestandserhaltung und dem Nutzbar-machen für Institutionen und Privatpersonen. Zunehmende Bedeutung erhalten im Rahmen der digitalen Aktenführung auch Fragen der dauerhaften Speicherung und der Online-Zugänglichmachung.

Wie die knapp 40 Besucher im einführenden Vortrag von Dr. Andreas Schmidt erfuhren, umfassen die Bestände des Archivs ca. 2,7 Millionen Archivalien-Einheiten - das entspricht mehr als einer Regallänge von 18 Kilometern. Darunter sind 11.300 Urkunden, über 2,5 Millionen Amtsbücher und Akten sowie 10.000 Karten und Pläne. Dass dafür die Kapazitäten am ehemaligen Standort auf der Burg Trausnitz (seit 1809) nicht mehr ausreichten, erkannte man schon 1991, als mit den Planungen für ein neues Gebäude begonnen wurde, die aber den Sparplänen der Regierung Stoiber zuwiderliefen. So dauerte es bis zum 15. Juli 2016, bis man in das neue Gebäude an der Ecke Schlachthof- / Stethaimerstraße einziehen konnte.

Als historischer Sprengel sind dem Archiv die zwischen 1507 und 1729 im Herzogtum bzw. Kurfürstentum Bayern bestehenden Rentmeisterämter Landshut und Straubing zugewiesen. Der 1837 geschaffene Regierungsbezirk Niederbayern, geändert durch die Gebietsreform von 1972, bildet das heutige Einzugsgebiet. Für die ehemaligen Reichsstände Hochstift Passau und Grafschaft Ortenburg sowie für Klöster und Stifte ist aber das Hauptstaatsarchiv in München zuständig.

Das Archiv - nicht zu verwechseln mit dem Landshuter Stadtarchiv - dient heute der Verwaltung (Archivierung von Steuer- und Gerichtsakten etc.), der Wissenschaft und Rechtspflege wie auch allen Privatpersonen, die sich mit Heimat- und Familienforschung befassen. Nicht zuständig ist das Staatsarchiv aber für Kommunen, Firmen und Kirchen, die in der Regel ihre eigenen Archive unterhalten, ebenso wenig für Nachlässe von Privatpersonen. Hauptlieferanten des Aktennachschubs sind Behörden, Gerichte und Körperschaften aus dem Regierungsbezirk.

Am Beispiel der historischen Hexenprozesse demonstrierte Dr. Schmidt, wie wichtig auch vermeintlich nebensächliche Dokumente für die historische Forschung sein können. Obwohl kaum noch Prozessunterlagen existieren, geben die noch vorhandenen Rechnungen von Gerichtsdienern, Scharfrichtern etc. detaillierte Einsicht in die damaligen Vorgänge. Sehr anschaulich sind auch die vielen Karten und Pläne, die früher häufig im Rahmen von Gerichtsprozessen angefertigt wurden und noch heute eingesehen werden können.   

Der sich anschließende Rundgang durch die Räume des Archivs verschaffte den Besuchern einen hautnahen Einblick in die Größe und Arbeitsweise der Institution. Das Archiv steht jedermann wochentags von 8.00 bis 16.00 Uhr offen. Voraussetzung ist ein konkretes Anliegen und, sofern es sich um ältere Urkunden handelt, eine gewisse Übung im Lesen alter Handschriften. Den Benützern stehen auch ein Kopiergerät, ein Buchscanner und ein Readerprinter zur Verfügung. Mit wenigen Ausnahmen darf man die Dokumente auch fotografieren. Die erste Station ist für den Besucher das Repertorienzimmer, in dem man mit Hilfe der hausinternen Systematik schnell an das gewünschte Dokument kommen kann.

Große Bedeutung hat in der Archivarbeit auch die Bestandserhaltung. Dabei spielt die richtige Lagerung eine entscheidende Rolle. Nach dem verheerenden Brand auf der Burg Trausnitz 1961, bei dem 4.000 Bände unwiederbringlich vernichtet wurden, konnte die Mehrzahl der Dokumente gerettet werden, da geschlossene Bücher nur an den Rändern vom Feuer angegriffen werden, das Geschriebene also weitgehend erhalten bleibt. Im Gegensatz zu modernen Industriepapieren, die nach wenigen Jahrzehnten versäuern und zu zerfallen beginnen, sind alte Papiere, vor allem aus Textillumpen hergestellte Blätter, von höchster Qualität und bei adäquater Lagerung resistent gegen Verfall.

Eine schlechte Prognose, was die dauerhafte Speicherung betrifft, stellten die Archiv-Mitarbeiter der elektronischen Aktenführung aus. Während Informatiker bei digitalen Speichermedien eine Haltbarkeit von 20 Jahren schon begeistert, müssen Archivare in Jahrhunderten rechnen. Für die Geisenhausener Museumsbetreiber war diese Erkenntnis insofern aufschlussreich, als sie sich seit längerem mit dem Gedanken tragen die "Stelzenberger-Chronik" unter großem Aufwand in digitale Form zu bringen.  

 

Peter Brenninger   Mitarb.-Nr. 21738                        Tel. 08743-2585  

Archivar Dr. Andreas Schmidt beim Vortrag

Die Besucher aus Geisenhausen im Vortragssaal des Staatsarchivs

 

Mitteilungsblatt  4 / 2017

Historischer Verein / Geisenhausener Museum:

Bedeutsame Exponate zurück in Geisenhausen

Das Heimatmuseum Vilsbiburg war viele Jahre dankbar für historische Gegenstände aus Geisenhausen, die als Leihgaben die Vilsbiburger Bestände bereicherten und dort gut verwahrt, inventarisiert und repräsentabel ausgestellt wurden. Seit Geisenhausen über ein eigenes Museum verfügt, werden diese Leihgaben nun nach und nach aus Vilsbiburg zurückgeholt.   

Zur Eröffnung des Museums im Frühjahr 2016 wurde bereits ein erstes Kontingent, bestehend aus einer Reihe bedeutsamer Bodenfunde, an Geisenhausen zurückgegeben und in der Sonderausstellung Vom Steinbeil zum Tonvotiv – Geschichte aus Geisenhausens Erde gezeigt. Dazu zählen die bis zu 7.500 Jahre alten Gegenstände aus der Zeit der Linienbandkeramik und die großen Gefäße aus der Münchshöfener Kultur (Eiselsdorf).

Die Rückgabe einer weiteren Gruppe von Exponaten geht auf einen Beschluss der Marktgemeinde vom 13.11.1973 zurück, dem Heimatmuseum Vilsbiburg eine Reihe von Leihgaben auf unbestimmte Zeit zu überlassen. Am 10.1.1974 wurde der Erhalt folgender Leihgaben von Museumsleiter Grasmann und 1. Vors. Billinger bestätigt:                                       

  • ein Messing-Gewichtsatz mit sechs Einsätzen aus dem 18. Jh.                                                 
  • ein Getreide-Messgefäß (200 l) aus dem 19. Jh.                                                                       
  • eine große Eisenkassette mit drei verschließbaren Deckeltüren, vielen Geisenhausenern auch bekannt als sog. "Napoleon-Truhe"                                                                                  
  • 16 große Vortragsstangen aus dem 18. und 19. Jh., die bei Prozessionen mitgetragen wurden. Die Stangen weisen zum Teil kunstvolle barocke Schnitzereien am Kopfende auf und tragen Metallschilder mit Bilddarstellungen bäuerlicher und handwerklicher Geräte und Erzeugnisse.

Die beschriebenen Gegenstände, die teilweise in die geplante Sonderausstellung zum historischen Handwerk in Geisenhausen integriert werden sollen, wurden im September von Mitgliedern des Historischen Vereins und zwei Mitarbeitern des Bauhofs in Vilsbiburg abgeholt und ins hiesige Museum verbracht.

Der Historische Verein bedankt sich bei der Marktgemeinde für die Vorbereitung und fürsorgliche Begleitung der Aktion.  

 

 

Bild 1: Mitglieder des HV und Mitarbeiter des Bauhofs mit den Vortragsstangen im Vordergrund

Bild 2: Die sogenannte Napoleontruhe

Aktuelles Mitteilungsblatt zum Download
Mitteilungsblatt 4 2017.pdf
PDF-Dokument [731.9 KB]

Jahresprogramm 2018

  • Dienstag, 23.01.2018: Besuch des Staatsarchivs in Landshut (14.30 Uhr), Treffpunkt: 13.45 Uhr Parkplatz Brauhausstuben

 

  • Freitag, 23.02.2018: Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen (19.30 Uhr), Pfarrer Schober referiert anschließend über Wahrsagungen und Legenden im Landkreis

 

  • März 2018: Eröffnung der Handwerksausstellung

 

 

  • Freitag, 13.04.18: Ergebnisse der Ausgrabungen im ehemaligen Angstlgrundstück Kreisarchäologe Dr. Thomas Richter

 

  • Samstag, 02.06.18: Besuch der Ausstellung „Mythos Bayern“ in Ettal

 

  • 29.07. -01.08.18: Mehrtagesfahrt nach Wien

 

  • Für September/Oktober 2018:       

 

  • Veranstaltung mit Bund Naturschutz
    (Scheidhammer J.)

 

  • Besichtigung von Bierkellern in Geisenhausen

 

  • November Besuch des Schulmuseums in Ahrain

 

 

Änderungen vorbehalten

 

 

Sie und Ihre Angehörigen sind zu unseren Veranstaltungen herzlich eingeladen.

 

Anmeldungen bitte unter Tel. 08743-515 (Irl) oder Schuder Tel. 08743-2141

 

Die Vorstandschaft

Schuder Sebastian

1. Vorsitzender

Jahresprogramm 2017

 

 

 

21.01.2017 14:30 Uhr
Besuch der Ausstellung "Mitten im Krieg" im Heimatmuseum Vilsbiburg
Treffpunkt um 14:00 Uhr am Parkplatz der Brauhausstuben

11.02.2017
Gemeinsamer Besuch der Bay. Landesaustellung "Karl IV" in Nürnberg
(Anfahrt mit der Bahn: 8:07 Uhr Abfahrt Bahnhof Geisenhausen, Rückfahrt um 15:36 Uhr am HBH Nürnberg, Ankunft in Geisenhausen um 17:49 Uhr)

24.03.2017 19:30 Uhr
Jahreshauptversammlung im Museum
Pfarrer Schober referiert anschließend über die Entstehung der Ortsnamen in der Gemeinde Geisenhausen

06.05.2017
Besuch der Ausstellung "Pharao - Leben im Alten Ägypten" im Lokschuppen Rosenheim

25. - 29. Juni 2017
Mehrtagesfahrt zur Mecklenburgischen Seenplatte und Ostsee

15.08.2017
Konzertfahrt nach Mülln/Salzburg
Bei diesem Konzert des Collegium Vocale der Salzburger Bachgesellschaft unter
der Leitung von Albert Hartinger stehen Werke von Wolfgang A. Mozart und Johann M.
Haydn im Mittelpunkt

September/Oktober
Willibald Ernst referiert anlässlich des Lutherjahres zu Auswirkungen der Reformation

Gerne begrüßen wir Sie zu unseren Veranstaltungen.
Anmeldungen bitte unter Tel. 08743-515 oder 08743-2141

(Änderungen vorbehalten)